Schungit auf Echtheit prüfen – Leitfähigkeitstest, Echtheitszertifikat und weitere Methoden

Seit über zwanzig Jahren bekomme ich dieselbe Frage gestellt: Wie erkenne ich, ob mein Schungit echt ist? Anfangs hatte ich darauf auch nur die üblichen Antworten aus der Literatur. Mit der Zeit habe ich begonnen, diese Antworten selbst zu überprüfen – nicht im Labor, sondern mit einfachen Mitteln, die jeder zuhause nachmachen kann. Was dabei herauskam, möchte ich Ihnen in diesem Beitrag zeigen, statt Ihnen nur zu sagen, dass Sie mir vertrauen sollen.

Warum die Frage nach der Echtheit überhaupt so schwierig ist

Im Handel finden sich immer wieder drei Dinge, die als Schungit verkauft werden, es aber nicht sind. Schwarz lackierter Kunststoff zum Beispiel, der optisch täuschend ähnlich wirkt, aber keine einzige Materialeigenschaft von echtem Gestein besitzt. Hämatit, ein reales Mineral, aber eben kein Schungit. Und gewöhnliche Anthrazitkohle, die zwar ebenfalls Kohlenstoff enthält und ähnlich aussieht, sich bei genauerem Hinsehen aber deutlich vom karelischen Original unterscheidet.

Was ich Käufern zur Prüfung empfehle

Elektrische Leitfähigkeit

Für mich nach wie vor das verlässlichste Kriterium. Echter Schungit leitet aufgrund seines Kohlenstoffanteils Strom – das lässt sich mit einer einfachen Batterie-Glühbirne-Schaltung oder einem Multimeter aus dem Baumarkt überprüfen. Kunststoff und die meisten Hämatit-Imitate bestehen diesen Test schlicht nicht, weil sie nicht leiten.

Optische und strukturelle Merkmale

Edelschungit, also Typ I, hat diese charakteristische silbrig-metallische Oberfläche und ist vergleichsweise spröde – kleine Stücke können beim Anfassen abbrechen. Klassischer Schungit, Typ II, ist dagegen matt bis seidig schwarz und deutlich fester. Für jemanden ohne Erfahrung ist das schwerer einzuschätzen als der Leitfähigkeitstest, aber es hilft als zusätzlicher Anhaltspunkt.

Schwarzabfärbung

Ein weiteres, sehr einfaches Merkmal: Roher und teilweise auch verarbeiteter Schungit hinterlässt einen schwarzen Abdruck, wenn man ihn über ein helles Baumwolltuch reibt. Allein reicht das nicht aus, weil auch andere kohlenstoffhaltige Materialien abfärben – aber zusammen mit den anderen Tests ergibt sich ein klareres Bild.

Schnelltest mit dem Smartphone

Es gibt auch einen Test, den man mit dem Smartphone machen kann. Ich habe dazu vor einiger Zeit ein kurzes Video aufgenommen, weil sich das in Worten schwerer erklären lässt als zu zeigen:

Video: Schungit Echtheitstest mit dem Handy – Video-Anleitung

Herkunftsdokumentation

Und schließlich die Herkunft selbst. Nahezu der gesamte weltweit gehandelte Schungit stammt aus Karelien, ein großer Teil davon aus der Zazhoginsky-Mine. Eine nachvollziehbare Lieferkette ist zwar kein physikalischer Beweis, aber ein zusätzliches Indiz, das ich persönlich nie unterschätzen würde.

So prüfe ich jede Lieferung auf Echtheit und Qualität

Die Messung der elektrischen Leitfähigkeit gehört heute zu meiner Qualitätskontrolle jeder Lieferung. Der Hintergrund ist einfach: Vor vielen Jahren wollte ich die in der Literatur beschriebenen Unterschiede zwischen Edelschungit und klassischem Schungit selbst nachvollziehen. Aus diesen ersten Vergleichsmessungen hat sich ein fester Prüfschritt entwickelt, den ich bis heute bei jeder eingehenden Lieferung anwende.

Die beschriebenen Methoden zur elektrischen Leitfähigkeit und Materialprüfung sind ein fester Bestandteil beim Eintreffen von Lieferungen aus der Schungit-Mine und meiner internen Qualitäts- und Echtheitskontrolle.

Ich arbeite dabei unter möglichst vergleichbaren Bedingungen: gleiche Oberfläche, gleicher Anpressdruck und identische Kontaktpunkte. Vor jeder Messung werden die Messspitzen kurzgeschlossen, um eine saubere und reproduzierbare Ausgangsbasis sicherzustellen.

Edelschungit Widerstandsmessung mit Multimeter zur Echtheitsprüfung, von Andreas Krobath

Material Widerstand (Ω) Interpretation (physikalisch)
Elite-Schungit ≈ 0,013 bis 0,020 Ω sehr hohe elektrische Leitfähigkeit / sehr geringer Widerstand
Schungit-Platte ≈ 0,46 bis 0,48 Ω deutlich geringere Leitfähigkeit im Vergleich

Die Messergebnisse zeigen einen klaren Unterschied im elektrischen Verhalten der Materialien. Elite-Schungit weist einen deutlich geringeren elektrischen Widerstand auf und damit eine höhere Leitfähigkeit. Materialwissenschaftlich lässt sich das unter anderem durch Unterschiede in Struktur und Kohlenstoffanteil erklären. Wer sich dafür näher interessiert, findet zusätzliche Informationen bei Edelschungit Typ I und Schungit Typ II.

Diese Messung ersetzt keine Laboranalyse oder standardisierte Materialprüfung. Sie ist jedoch ein einfach nachvollziehbarer Praxistest, der Teil meiner internen Qualitätskontrolle ist und mir hilft, die elektrischen Eigenschaften jeder Lieferung zu überprüfen. Entscheidend ist für mich, dass sich die beschriebenen Unterschiede nicht nur theoretisch nachvollziehen lassen, sondern auch praktisch am Material überprüfbar sind.

Wie ich das bei meinen eigenen Produkten handhabe

Jede Lieferung, die zu mir kommt, stammt aus der Zazhoginsky-Mine und wird geprüft, bevor sie weiterverarbeitet wird – Leitfähigkeit, optische Merkmale, Struktur. Jedem Produkt lege ich ein Echtheitszertifikat bei, das ich selbst geprüft und unterzeichnet habe. Es bestätigt Herkunft und Materialprüfung. Was es bewusst nicht tut: irgendetwas über gesundheitliche Wirkungen behaupten. Das sind für mich zwei getrennte Themen, und ich halte es für wichtig, das auch so zu kommunizieren.

Echtheitszertifikat edelchungit.eu und Schungit Info-Flyer

Bei jeder Bestellung enthalten, Echtheitszertifikat und Schungit Info-Flyer. Auf dem Echtheitszzrtifikat sind die technische Analyse (Material Safety Data Sheet), ein Stempel der Schungit-Mine in Karelien sowie die Unterschrift des verantwortlichen CEO der Mine ersichtlich. Dieses Material Safety Data Sheet weist unter anderem den Mineralgehalt, die Aluminiumanteile sowie Ergebnisse aus Wasseranalysen aus – also genau jene Werte, die Aufschluss über die tatsächliche Materialzusammensetzung geben, nicht nur über die Herkunft. Die zweite Seite enthält zusätzlich meine Unterschrift sowie die Bestätigung der Einfuhr und Verzollung in die EU bzw. nach Österreich sowie die Qualitätskontrolle der verkauften Schungit- bzw. Edelschungit Steine.

Fragen, die mir dazu oft gestellt werden

Kann ich die Echtheit meines Schungit-Produkts selbst nachprüfen?

Ja, am einfachsten mit einer Batterie-Glühbirne-Schaltung oder einem Multimeter. Eine ausführliche Anleitung dazu habe ich auch in meinem Beitrag Schungit auf Echtheit prüfen beschrieben. Oder siehe Video dazu: Schungit selber prüfen – Schungit auf Echtheit testen / Edelschungit

Reicht ein einzelner Test aus?

Aus meiner Erfahrung nicht wirklich. Ein einzelnes Kriterium gibt nur einen Hinweis. Erst wenn Leitfähigkeit, optische Merkmale und Herkunft zusammenpassen, bin ich mir wirklich sicher.

Warum gibt es keine offizielle Zertifizierungsstelle für Schungit?

Weil Schungit kein von der IMA offiziell klassifiziertes Mineral ist, sondern ein Mineraloid. Eine behördlich anerkannte Prüfstelle gibt es dafür aktuell schlicht nicht.

Was bestätigt mein Echtheitszertifikat – und was nicht?

Es bestätigt Herkunft und die durchgeführte Materialprüfung, einschließlich Mineralgehalt, Aluminiumanteilen und Wasseranalysen aus dem Material Safety Data Sheet. Es macht bewusst keine Aussage über gesundheitliche Wirkungen – das ist für mich eine andere Frage.

Wo finde ich weiterführende wissenschaftliche Quellen?

Studien und Materialanalysen zu Schungit und Fullerenen habe ich auf Schungit Forschung und Studien sowie im Schungit Lexikon zusammengestellt.

Weitere Themen rund um Qualität, Vertrauen und Schungit

Echtheit ist meist nur der erste Punkt, der Käufer beschäftigt. Danach kommen fast immer dieselben Anschlussfragen: Woran erkenne ich gute Verarbeitung? Wie unterscheiden sich die einzelnen Schungit-Typen in der Praxis? Und worauf sollte ich beim Kauf noch achten, abgesehen von der reinen Echtheit? Diesen Fragen bin ich in eigenen Beiträgen nachgegangen, die ich an dieser Stelle gerne verlinke:

Was ich Ihnen mitgeben möchte

Jede Bestellung bei uns enthält ein Echtheitszertifikat. Dieses besteht aus zwei Seiten: Die erste Seite stammt direkt von der Schungit-Mine in Karelien und enthält eine technische Analyse (Material Safety Data Sheet) für Edelschungit bzw. Elite-Schungit sowie die Bestätigung der Herkunft aus der Zazhoginsky-Mine. Die zweite Seite wird von mir persönlich ausgestellt. Sie bestätigt die ordnungsgemäße Einfuhr in die EU bzw. nach Österreich inklusive Verzollung sowie ebenfalls die Herkunft aus der Zazhoginsky-Mine in Karelien. Zusätzlich wird darin festgehalten, dass die Produkte dem von mir geprüften höchsten Qualitätsstandard für Schungit- und Edelschungit-Steine entsprechen.

Was uns darüber hinaus wichtig ist: Wir zeigen unsere Prüfungen und Hintergründe nicht nur im Zertifikat (Mineralgehalt, Aluminiumanteile und Wasseranalysen), sondern auch transparent im Alltag. Auf unserem Blog sowie auf unserem Instagram-Kanal „Blick hinter die Kulissen von edelschungit.eu“ dokumentieren wir regelmäßig Messungen, Materialvergleiche, Studienauswertungen und weitere Qualitätsmerkmale rund um Schungit.

So entsteht ein Gesamtbild aus dokumentierter Herkunft, geprüfter Einfuhr und nachvollziehbarer Praxis – nicht nur auf dem Papier, sondern durch echte Einblicke in unsere Arbeit.

Rechtliche Hinweise und Materialinformationen Hinweis des Autors: Relevante wissenschaftliche Informationen und Einordnungen finden Sie auf meiner zentralen Übersichtsseite: Schungit Lexikon – zentrale Informationen .

Autor: Andreas Krobath
Schungit Experte (Erfahrung seit 2003), Fachautor, Buchautor und Betreiber von Edelschungit.eu (Erfahrung und Zertifizierungen bei CPD, CMA, IPHM).
Weitere Informationen finden Sie auf der Über mich – About me Seite.
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